Herzschrittmacher oder 800.000 Volt bei der Hoch­span­nungs­gleich­strom­über­tragung – Elektrotechnik bewegt die Welt

Bereits als kleiner Junge zeigte sich meine Be­geiste­rung fürs Handwerk und die Technik. Dieses Interesse spiegelte sich in meiner Freizeit wider, bei unzählbaren Stunden mit Werkzeugen in der Hand, um beispielsweise Mopeds, Waschmaschinen oder unsere Modelleisenbahn zu reparieren sowie zu erneuern. Auch in der Schule lagen meine Interessen und Lieblingsfächer eher im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Bereits während meines Abiturs, an einem Gymnasium mit erweiterter mathematisch-naturwissenschaftlich-technischer Ausprägung, stand für mich fest, ich möchte ein duales Studium im ingenieurwissenschaftlichen Bereich absolvieren. Vorerst um im Anschluss Berufs­feuer­wehr­mann zu werden und Hobby und Beruf zu vereinen. Um es vorwegzunehmen: Auch wenn ich seit nunmehr 18 Jahren aktives Mitglied der Stützpunktfeuerwehr der Stadt Peitz bin, siegte letztendlich meine Faszination für die Technik.

Lange Zeit war ich mir unsicher: Maschinenbau, Elektrotechnik oder doch Mechatronik? Erst in dieser Zeit wurde mir wirklich bewusst, dass die Elektrotechnik innerhalb von 150 Jahren die Welt grundlegend veränderte. Man stelle sich nur eine Welt ohne Computer vor, ohne Kommunikationsmöglichkeiten, die tausende Kilometer Entfernung überbrücken oder ohne Elektromotoren, welche hunderte Tonnen Last an einem Kran millimetergenau positionieren können. Egal ob der lebensrettende Herzschrittmacher oder die verlustarme Übertragung des Energiebedarfes ganzer Großstädte über sehr weite Entfernungen, all diese zum Teil sehr jungen Technologien bestimmen unseren heutigen Alltag. Damit war für mich klar, ich möchte meinen Beitrag zu dieser beeindruckenden und vielfältigen Erfolgsgeschichte leisten. Eine Entscheidung, die ich wohl auch in Zukunft nicht bereuen werde.

Nach mehreren vielfältigen Tests, Assessment-Centers und Bewerbungsgesprächen innerhalb Deutschlands fiel meine Wahl auf das duale Studium bei der Siemens AG, als Bachelor of Engineering in Elektrotechnik mit einer Berufsausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik. Anfangs in Bad Neustadt an der Saale, wechselte ich ein halbes Jahr später aus privaten Gründen nach Leipzig. Einmal mehr zeigte sich der Vorteil eines Unternehmens, das junge Mitarbeiter fördert und fordert und zudem eine flächendeckende, qualitativ hochwertige Ausbildung bietet. Egal wo auf der Welt und in welchem Teilgebiet, ob beispielsweise Medizintechnik, Energietechnik oder wie in meinem Fall die Antriebstechnik, die Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen bereits während der Ausbildung können im richtigen Unternehmen spannend und abwechslungsreich sein.

Das Aufgabenfeld während der Ausbildungszeit erstreckte sich vom Anfertigen einfacher In­stal­la­tions­schal­tun­gen und Leiterplatten bis hin zur Planung und Inbetriebnahme komplexer Kleinanlagen mit modernster Automatisierungstechnik. Egal ob pneumatische Ventilinsel, SPS, Frequenzumrichter, Elektromotor, Brandmeldeanlage, Bussystem oder Roboter, die gesammelten praktischen Erfahrungen sind vielfältig und essentiell für meine derzeitige Arbeit. Neben den fachlichen Kompetenzen hatten wir die Möglichkeit, vielfältige Angebote zur Schulung unserer Softskills wahrzunehmen. Gepaart mit den vertiefenden theoretischen Inhalten und Ansätzen aus dem Studium entsteht meiner Meinung nach ein sehr guter Mix aus Theorie und Praxis.

Bereits während der Ausbildung und in der vorlesungsfreien Zeit sammelte ich erste Erfahrungen in der Fachberatung für Prozessmesstechnik. Die Beratung unserer Kunden sowie die Auswahl der passenden Messgeräte für deren Messaufgaben standen im Vordergrund meiner Arbeit. Zurzeit arbeite ich im Technical Sales Support der Siemens AG und erarbeite meine Bachelorarbeit. Meine Kollegen und ich sind als Projektingenieure tätig. Wir planen und konfigurieren gemeinsam mit unseren Kunden deren gewünschte Steuerungs- und Antriebslösungen.

Mit meiner dualen Ausbildung bin ich sehr zufrieden. Nicht nur aus technischer Sicht gab es viel zu entdecken und zu erlernen. Damit wurde ein wichtiger Grundstein für meinen weiteren Lebensweg gelegt.

Wer gerne Lösungen für komplexe technische Herausforderungen erstellt und mit anderen diskutiert, einer anspruchsvollen und abwechslungsreichen Tätigkeit nachgehen möchte, vielfältige Entwicklungs­möglichkeiten schätzt, Spaß an der Technik hat und Verantwortung übernehmen möchte, dem kann ich nur zu einer dualen Ausbildung in der Elektrotechnik raten. Ihr werdet es nicht bereuen. Dafür solltet ihr zielstrebig, gewissenhaft und belastbar sein sowie selbstständig arbeiten können und in mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Bereichen interessiert sein.

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