Das Wichtigste ist, dass man Spaß hat an dem was man macht

Es ist eine der schwersten Entscheidungen, die man im Laufe seines Lebens zu treffen hat: Was will ich später einmal werden? Die fantasievollen und wilden Ideen aus der Kindheit sind längst nicht mehr aktuell, geschweige denn realistisch. Dass ich diese Frage mit 16 noch nicht beantworten konnte, hat nicht unwesentlich dazu beigetragen, nach dem Realschulabschluss noch das Abitur am Beruflichen Schulzentrum dranzuhängen.

Während der darauffolgenden 3 Jahre wurde für mich immer deutlicher, dass mir vor allem betriebswirtschaftliche Zusammenhänge Spaß machen, aber ein Bachelor-Studium in BWL kam für mich nicht infrage.

Zu der Ausbildung als Industriekauffrau bei der Koenig & Bauer AG bin ich dann auf ganz gewöhnlichem Weg gekommen – ich habe mich auf eine Stellenausschreibung beworben, die mir über die Berufsberatung zugeschickt wurde.

Mit dem Anruf, dass es geklappt hat, kam neben der Freude erneut die Überlegung: Ist es das, was ich mir für mein weiteres Leben vorstelle? Als Alternative trudelten in dieser Zeit auch Einladungen zu Bewerbungsgesprächen für den mittleren und gehobenen Dienst in der Landesverwaltung ins Haus. Dass ich mich bereits nach der Mittelschule gegen eine Ausbildung beim Landratsamt entschieden hatte und die Erfahrungen aus der Zeit auf dem Gymnasium haben letztendlich die Entscheidung für den Weg in die Wirtschaft bekräftigt.

Besonders in der Berufsschule sollte sich dann bestätigen, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Die Lerninhalte fielen mir leicht und auch an der Arbeit im Unternehmen hatte ich viel Spaß. Klar war das etwas anderes als die Theorie und sicher gab es auch den ein oder anderen Stolperstein. Nicht jede Abteilung weckt das gleiche Interesse, nicht jede Aufgabe wird mit Bravur gemeistert und sicher macht man Fehler. Vor allem musste ich aber lernen, mir nicht selbst im Weg zu stehen. Ich bin jemand und ich kann etwas! Das Selbstvertrauen zu entwickeln, dies auch zu zeigen, war eine Erfahrung, die ich außerhalb der Praxis so wohl nicht gemacht hätte.

Nach nun gut anderthalb Jahren im Berufsleben bin ich mir sicher, dass ich den für mich richtigen Weg gegangen bin. Deshalb habe ich mich direkt nach meinem erfolgreichen Abschluss auch gleich ins nächste „Bildungsabenteuer“ gestürzt und eine Weiterbildung zur Wirtschaftsfachwirtin/Betriebswirtin bei der IHK begonnen.

Eines habe ich jedoch bei all diesen Stationen gelernt: Wenn man Freude hat, an dem was man tut, wird so Vieles leichter und gelingt einem zum Teil sogar von ganz allein.

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