Interview: Die Pandemie aus Azubi-Sicht

Auszubildende Paula Fiedler an ihrem Arbeitsplatz

Corona stellt die Welt auf den Kopf, schränkt das öffentliche Leben ein und belastet die Wirtschaft. Auch die Arbeits- und Lernbedingungen von Auszubildenden verändern sich in diesen Zeiten. Wie die Ausbildung digital abläuft und die Arbeit im Home-Office aussieht, erzählt uns Paula Fiedler, Auszubildende zur technischen Produktdesignerin im 2. Lehrjahr bei G.S. Stolpen GmbH & Co. KG.

Wie läuft in Zeiten von Corona die Berufsschule?
Die Berufsschule führt gerade eine Anwendung ein, mit der sie uns die Aufgaben zukommen lassen will.

Wie war es bisher? Habt ihr Aufgaben bekommen?
Ja, die Lehrer haben uns Dateien und Formulare zukommen lassen, die wir zuhause lösen sollten. Es gibt bisher keine Möglichkeit, die irgendwo hochzuladen. Deshalb wollen die Lehrer wollen die Aufgaben kontrollieren, wenn wir wieder in der Schule sind.

Also läuft gerade alles per E-Mail Verkehr?
Ja genau.

Und wie ist es bei der Arbeit?
Da ist es unterschiedlich, an manchen Tagen bin ich ganz normal vor Ort und an anderen Tagen arbeite ich im Home-Office.

Also hast du einen Laptop von der Arbeit?
Nein, ich habe meinen eigenen Laptop und kann über ein Programm auf den Rechner bei der Arbeit zugreifen und arbeite dann darüber.

Wie ist es mit Prüfungen, weißt du schon ob und wann die stattfinden?
Da die Prüfungen bei uns in die Abschlussnote einfließen und es ja immer zwei Termine gibt, werden die auf den zweiten Termin im Herbst geschoben. Aber da weiß ich noch nichts Genaues.

Wie unterstützt dich deine Firma?
Meine Firma unterstützt mich indem ich die Möglichkeit des Home Office erhalte. Außerdem stellt sie mir ausreichend Zeit zur Verfügung, um die Aufgaben der Berufsschule zu bearbeiten.

Und wie ist die Situation für dich jetzt insgesamt? Ist das für dich eher entspannt, dass mal alles anders abläuft oder wie geht’s dir damit?
Am Anfang war’s schon entspannter, erstmal keine Prüfungen zu schreiben und von Zuhause aus zu arbeiten. Aber es ist auch manchmal schwierig, wenn man Zuhause arbeitet, dass man dann nicht anfängt zu putzen oder andere Dinge zu machen. Aber bei mir klappt das mittlerweile ganz gut, ich fange morgens um 6 Uhr an zu arbeiten und versuche mich darüber hinaus auch an die üblichen Arbeits- und Pausenzeiten zu halten. Dann geht’s eigentlich ganz gut.

Dadurch, dass meine Firma mir einen dreiwöchigen Vorbereitungskurs für die Prüfungen finanziert hat, war ich gut vorbereitet für die Prüfungen. Deswegen war es sehr ärgerlich, dass die Prüfungen jetzt verschoben werden. Ich war soweit gut im Stoff drin und vorbereitet, aber ich hab jetzt natürlich Bedenken, ob ich mir das über ein halbes Jahr behalten kann. Ich hab ja schon mal studiert, damit ist theoretisches Arbeiten und Aneignen von Stoff nicht wirklich ein Problem, aber trotzdem ist es ärgerlich.

Auch wenn wir es uns anders vorgestellt haben, müssen wir jetzt einfach diese Zeit durchstehen und wenn dann irgendwann wieder Normalität zurückkehrt, ist ja auch alles schick.

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Das Interview wurde am 23.04.2020 von SACHSENMETALL durchgeführt.

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